Rechte stoppen bevor die Wut tobt

Veröffentlicht am 17.02.2019 in Presseecho

Aus WKZ v. 5.2.2019

von Heidrun Gehrke

Susann Rüthrich (SPD), Abgeordnete aus Meißen, fordert einen differenzierten Blick auf den Osten

Deutschlands Heidenau, Meißen, Chemnitz – was stimmt bloß nicht mit den Sachsen? „Wenn ihr glauben solltet, dass bei uns was im Grundwasser ist oder wir genetisch irgendwie eine Veranlagung zum Unglück haben, muss ich euch enttäuschen“, sagte keck MdB Susann Rüthrich. „Auch bei uns sind das Minderheitenmeinungen.“ Zum Zeitpunkt, als die SPD Rems-Murr sie als Rednerin beim Lichtmessempfang angefragt hatte, sei gerade die Erschütterung über die Ereignisse in Chemnitz durchs Land gerollt. m Stadtbild bis dato nicht gegeben. „Jede und jeder fällt auf. Das ist am Stuttgarter Bahnhof definitiv anders.“ Entstanden sei eine „Gemengelage, in der viele nach 30 Jahren gehofft haben, jetzt endlich Boden unter die Füße zu bekommen. Da kommt die nächste Veränderung. Und das macht offenbar Angst.“

Wie Lichtmess viele Bedeutungen hat, habe ihre Heimat viele Gesichter. Was die Menschen unsicher und wütend macht, müsse als „gemeinsame Aufgabe“ angenommen werden. „Nicht, indem wir sie als wehrlose Opfer der Umstände, als bemitleidenswert und als eine Ansammlung von Defiziten beäugen.“ Gerade die Erfahrung, was durchgestanden und geleistet wurde, sei ein „Schatz, den wir heben sollten“. Dorthin schauen, wo viel Gutes entsteht Nicht als Wertende, sondern als Beschreibende leuchtete sie dorthin, wo Gutes getan wird und entsteht, berichtete aus einer Gesellschaft, die mit viel Druck umzugehen hat, erzählte von engagierten Menschen und Ehrenamtlichen, die sich zusammenschließen, um 30 Jahre Aufbauarbeit und Demokratie zu verteidigen. Fakt ist: 39 Prozent in ihrem Ort wählten bei der letzten Bundestagswahl die AfD. Fakt ist auch: Die Arbeitslosenquote beträgt 4,9 Prozent und die SPD regiert seit 29 Jahren – „übrigens in allen ostdeutschen Bundesländern, falls das mal nicht so rübergekommen sein sollte“, merkte Rüthrich an. Die Bilder aus Chemnitz mit Hitlergrüßen: real. Realität sei auch: Chemnitz hat die internationalste Uni in Sachsen. 30 000 Fachkräfte werden gesucht. Chemnitz bewerbe sich als Kulturhauptstadt. Es sei viel im Aufbau nach schweren Jahren der Deindustrialisierung, Entfremdungserfahrungen und Massenabwanderung. „Jetzt ziehen Leute zu. Im Stadtpark sind andere Leute als sonst“, brachte Rüthrich nahe, was in den Menschen vorgehen könnte, die ihre Wut auf die Straße tragen. „Ausländer“ habe es im Stadtbild bis dato nicht gegeben. „Jede und jeder fällt auf. Das ist am Stuttgarter Bahnhof definitiv anders.“ Entstanden sei eine „Gemengelage, in der viele nach 30 Jahren gehofft haben, jetzt endlich Boden unter die Füße zu bekommen. Da kommt die nächste Veränderung. Und das macht offenbar Angst.“

Die Bilder aus Chemnitz mit Hitlergrüßen: real. Realität sei auch: Chemnitz hat die internationalste Uni in Sachsen. 30 000 Fachkräfte werden gesucht. Chemnitz bewerbe sich als Kulturhauptstadt. Es sei viel im Aufbau nach schweren Jahren der Deindustrialisierung, Entfremdungserfahrungen und Massenabwanderung. „Jetzt ziehen Leute zu. Im Stadtpark sind andere Leute als sonst“, brachte Rüthrich nahe, was in den Menschen vorgehen könnte, die ihre Wut auf die Straße tragen. „Ausländer“ habe es im Stadtbild bis dato nicht gegeben. „Jede und jeder fällt auf. Das ist am Stuttgarter Bahnhof definitiv anders.“ Entstanden sei eine „Gemengelage, in der viele nach 30 Jahren gehofft haben, jetzt endlich Boden unter die Füße zu bekommen. Da kommt die nächste Veränderung. Und das macht offenbar Angst.“ Das Erschütternde an den Vorfällen in Chemnitz aus ihrer Sicht: „Der Papa mit dem Kind auf den Schultern. Die jungen Mädels, die lachend mitlaufen. Die Dame in Rentner-Beige, die mir zuschreit aus dem Mob heraus: Ihr kapiert es nicht. Wir standen vor 30 Jahren hier und haben das System gestürzt. Und wir tun das heute wieder.“ Das sei keine Kritik von „Abgehängten“ an den Zuständen oder an einer konkreten Politik. Es sei keine Trauer. „Das sind Leute, die von unserer wehrhaften Demokratie genau jetzt ein deutliches ‚Stopp! Bis hierher und nicht weiter!’ brauchen“, verdeutlichte Rüthrich und forderte auf, Mut zu zeigen: „Die Leute sind im Zweifel auch eure Nachbarn; wenn ihr nicht wollt, dass so etwa bei euch gedeiht, müsst ihr jetzt Stopp sagen, nicht erst, wenn die Wut schon tobt.“ Was ihr auf den Zeiger gehe: „Dass wir scheinbar alles am Maßstab der AfD messen.“ ‚Wie hältst du es mit denen?’ sei die falsche Frage. „Die AfD will ein anderes Land. Sie werden ihre Ziele nicht aus eigener Kraft erreichen, sie haben es nicht in der Hand, sondern wir alle.“ Sie rät, auf Facebook jeden Tag einen ‚Post’ eines Genossen oder eines tollen Ehrenamtlichen zu teilen. „AfD-Posts bitte niemals teilen - das erhöht nur deren Reichweite und da ist es egal, wie empört ihr dazu schreibt, wie schlimm das ist, was ihr da teilt.“ Statt zu wiederholen, was sie sagen, sei ausschlaggebend, „zu sagen, was ihr wollt“. Wie leicht verführbar Menschen für vermeintlich einfache Antworten innerhalb großer Zusammenhänge sind, legte Jürgen Hestler, Vorsitzender der Kreis-SPD, mit heiteren, klugen, eloquenten Gedanken zu Lichtmess dar: „Jenseitsvisionen, Hexenwahn, Antisemitismus mischen sich zu einem gefährlichen Meinungsmix“, so Hestler. Was Volksglaube war, heiße heute „Wir sind das Volk“. Am Lichtmess-Tag, dem Tag der Bauernregeln, mahnt er: „Lassen wir nicht zu, dass sich politische Trickbetrüger in die Herzen der Leute schleichen und nichts als Scheinlösungen bieten.“ Susann Rüthrich ist Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Meißen, Vorsitzende der SPD im Landkreis Meißen, dem Partnerlandkreis der SPD Rems-Murr, und sie ist Sprecherin der AG „Strategien gegen Rechtsextremismus“ in der Bundes-SPD.

 

Selbstbewusst eigene Werte vertreten

Im Vorfeld des Lichtmessempfangs trafen sich die SPD-Spitzen der beiden Partner-Kreisverbände Meißen und Rems-Murr in Fellbach zu einem Gedankenaustausch. Mit dabei waren die beiden Bundestagsabgeordneten Susann Rüthrich aus Meißen, die vom hiesigen Kreisverband nach den Ereignissen in Chemnitz im Sommer gezielt als Gastrednerin eingeladen worden war, um ein Zeichen gegen rechtsextreme Umtriebe zu setzen, ferner der Backnanger Bundestagsabgeordnete Christian Lange, die

 

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